Dramatik bis zur letzten Spielminute

11:1, da denkt man zunächst an den eindeutig entschiedenen Stand eines Ballspieles. In einer spannenden Inszenierung des Kolpingtheaters Oedheim unter Regie von Andreas Rüdenauer beschreibt dieses Verhältnis jedoch das Abstimmungsergebnis in Die 12 Geschworenen: dramatischer Auftakt von Reginald Roses Justiz-Thriller über Schuld oder Unschuld eines 19-jähriger Puertoricaners, der seinen Vater ermordet haben soll. Eine hitzige Auseinandersetzung entbrennt, eskaliert immer wieder zu Handgreiflichkeiten und führt zu einem überraschenden Schluss.
Das Premierenpublikum belohnte dieses grandiose zweistündige Theatererlebnis nicht nur mit lang anhaltendem Beifall, sondern auch mit einer großzügigen Spende von 2109 Euro. Spielleiterin Simone Koch dankte dafür im Namen der Empfänger. Je zur Hälfte geht die Spende an das Kinderdorf Gidö auf der Insel Nias/Sumatra und an die „Amigos de Ruca Hueney“, die sich in Argentinien um Menschen mit Behinderung kümmern.
Dank richtete Simone Koch auch an Paul Heimberger, der mit der neuen Sitzanordnung für eine gelungene Kammerspiel-Atmosphäre sorgte. Die hinteren Reihen fielen weg. Das Zuschauerpodest rückte nach vorne und wurde seitlich erweitert.

Aufführungen vom 1. bis 30. Januar 2011
in der Kochana Oedheim
(hier leicht zu finden)

Die Bildergalerie
            
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Reine Formsache hätte die einstimmige Entscheidung der 12 Geschworenen sein können, die sich in ein stickiges Beratungszimmer einschließen lassen müssen. Sie haben gerade den letzten von sechs langen Verhandlungstagen hinter sich. Ein 19-jähriger Puertoricaner aus den Slums wird beschuldigt, seinen Vater kaltblütig ermordet zu haben. Nicht nur die brütende Sommerhitze, sondern auch zwei eindeutige Zeugenaussagen fördern die Bereitschaft, schnell zu einer erlösenden Entscheidung zu kommen. Nach kurzer Beratung scheinen sich alle einig zu sein, der Junge müsse auf den elektrischen Stuhl. Es kommt zur Abstimmung. Doch der Geschworene Nummer 8 votiert als einziger für nicht schuldig. Zwischen den 12 Männern, die in Herkunft, Bildung, Lebensalter und Persönlichkeit äußerst unterschiedlich sind, zu einer langen, lebhaften und spannenden, aber auch zermürbenden Auseinandersetzung um Schuld oder Unschuld des Jungen ...

 

"Überzeugende Leistung."

"Das Wechselspiel aus verstocktem Schweigen und aufbrausendem Poltern in klaustrophobischer Atmosphäre wird bis zum Ultimativen ausgereizt."       

"Glaubwürdige Rollenverkörperungen erlauben tiefe Einblicke in die menschliche Psyche."
                                                          (Heilbronner Stimme)